Beim Besuch in Hamburg gab es einen riesigen Teich. Einen Teich voller Kaulquappen, Ringelnattern und Goldfische.

Die Mädels haben zuerst die kleinen Nachwuchskröten beobachtet, sie dann in Gläsern begutachtet und nach einer Weile zurückgesetzt. Neben normalen Quappen gab es auch sogenannte Halbfrösche, die neben einem Schwänzchen schon Beine bekommen hätten. Halbfrösche waren der Hit.

Leider haben wir erst nach der Rückkehr erfahren, dass man Amphibien gar nicht aus ihrem Lebensraum entfernen darf. Und zwar nachdem wir drei Gläser voller Quappen natürlich nicht mitgenommen haben …

Nummer 2 fiel auch auf, dass die Quappen vermutlich lieber ein froschiges Leben haben möchten. Also haben wir uns auf den Weg zum Hasenpfad gemacht und einen See gesucht.
(Fortsetzung in Bildern folgt)

Is it just me oder sind Autofahrten mit Kindern gar nicht so schlimm?

Nachdem ich gerade diverse Pressemeldungen zum Thema “Reisen mit Kindern” gelesen habe (kommunikationstechnisch zur Urlaubszeit natürlich 1a getimt), muss ich unseren drei Mädels jetzt ja mal echt ein Lob aussprechen. Wir haben wie erwähnt eine Wochenendtour hinter uns ­ eine Fahrt 400 km, Bruttofahrtzeit jeweils 4+ Stunden. Nachdem unser eigentlich für solche Fahrten vorgesehenes DVD-System gekillt wurde (und wir es aus halb pädagogischen Gründen nicht ersetzen) war das Unterhaltungsprogramm also begrenzt.

Wir haben trotzdem kein Drama an Bord gehabt, nur am Rastplatz mussten wir ein wenig diskutieren weil die Spielzeugpreise immens hoch waren. Und es deshalb eben nix gab.

Da frage ich mich doch ernsthaft, ob das verzogen im Auto rumnölende Kind vielleicht nur ein Mythos ist?

Wir waren dieses Wochenende zu Besuch bei Freunden in Norddeutschland (dazu später mehr). Da diese vegan leben, hat meine Frau geeignete Ingwer-Kekse gebacken als Mitbringsel. Als die Mädels aus der Schule kamen, äugten sie natürlich sehr interessiert nach den Keksen im Backofen. Kaum waren diese fertig, wollten sie auch probieren.

(Vegane Ingwer-Kekse sind übrigens für nicht-vegane Nicht-Ingwer-Liebhaber etwas schwer zu goutieren)

Nummer 2 kaute und verzog das Gesicht. Dann meinte sie: “Mama, jetzt hast Du doch diesen Stock gefunden, von dem der Dad letztens gesprochen hat.”

Meine Frau reagierte mit Ratlosigkeit. “Stock?”

„Ja, diesen Pfosten meine ich. Von dem der Dad erzählt hat.“

„Pfosten?“

Nummer 2 ärgerte sich ­– tut sie immer wenn sie nicht verstanden wird ­– und schloss ab: “Na diese Nische meine ich.”

Diese hier:
http://essentialunfairness.tumblr.com/post/53828891078/suche-deine-nische

Kulturimperialismus

Unsere 80er Jahre sind ganz schön kulturimperialistisch. Seit wir mit unseren Mädels “das Zeug” aus unserer Kindheit teilen, lässt sich das ganz schön beobachten. Sie haben mittlerweile gesehen:

  • Zurück in die Zukunft 1-3
  • Ghostbusters
  • She-Ra
  • He-Man
  • Nummer 5 (beide Teile)
  • die alten Star Wars-Filme (die neuen auch)
  • und noch einiges mehr

Jedesmal sind sie – zumindest in den voreingenommenen Augen ihrer Eltern – deutlich mehr inspiriert davon als von modernen Trickgeschichten wie diesem Elfenzeug, das von morgens bis abends auf RTL II läuft.

Damals haben unsere Eltern gesagt, wir sollen uns nicht den ganzen Tag diesen Mist ansehen (und waren wahrscheinlich der Meinung dass die Bücher ihrer Kindheit deutlich inspirierender sind als Ramrod &Co). Heute haben wir den Beweis: In WIRKLICHKEIT sind natürlich die Ikonen unserer Kindheit deutlich inspirierender. Wie man an diesem Vergleich mit dem Mist von heute leicht sieht. 😀

Pädagogischer Konflikt

Vor einigen Wochen meldete Nummer 2 an, dass sie keine Lust mehr aufs Voltigieren hat. Seit mittlerweile einiger Zeit betreiben alle unsere drei Mädels diesen Sport eigentlich mit Begeisterung, allerdings hat diese bei Nummer 2 ein wenig nachgelassen, nachdem zuletzt auch ihre große Schwester mit eingestiegen ist. Nummer 1 ist mit etwas mehr Begeisterung am Werk und strengt sich mehr an, erzielt also auch schnellere Erfolge.

Wir haben ihr das aufhören erst einmal verboten. Es muss ja niemand zu einem Sport gezwungen werden, wenn keine Lust da ist, aber man sollte

  • ein wenig durchhalten können
  • nicht aus falschen Gründen aufgeben.

Vor kurzem rief dann abends die Trainerin an. Nummer 2 hätte ja gesagt, dass sie aufhören wolle, und auch, dass wir das nicht erlauben würden. Aber sie gibt sich so wenig Mühe dass sie die ganze Gruppe runterzieht, außerdem klage sie dauernd über Schmerzen beim Training. Ihr tue der Fuß und der Arm weh.

„Schmerzen? Also wir haben sie ohne Schmerzen ins Auto gesetzt und hinterher hatte sie auch nichts mehr. Die simuliert.“

Ich war mit der Trainerin mehr oder weniger auf einer Linie – wir wollen ja nicht die Gruppe, zu der auch Nummer 1 und 3 gehören – belasten, aber das warf uns in einen pädagogischen Konflikt. Kann man Nummer 2 das offensichtliche Simulieren und Blockieren durchgehen lassen, damit sie bekommt was sie will? Noch dazu wenn es die falschen Gründe sind?

Wir haben uns für intensives Ins-Gewissen-Reden entschieden, einschließlich der Androhung maximaler Langeweile auf den wochenendlichen Turnieren im Sommer.

Gestern war dann das erste Training seitdem – und Nummer 2 erzählte stolz wie Oscar wie gut sie es beim Aufstieg geschafft hatte! Manchmal erreicht man mit “sanftem” Druck eben doch ein bißchen was.